AUSSICHTSBAUWERK · BERLIN-MARZAHN, KIENBERG

Wolkenhain

Auf dem Gipfel des Kienbergs, knapp über den Wipfeln, schwebt der Wolkenhain als Landmarke der Internationalen Gartenausstellung 2017. Statt eines vertikalen Turms bietet er begehbare Ebenen, die den Sichtachsen über Marzahn-Hellersdorf bis zum Berliner Zentrum folgen.

Wolkenhain, Tagansicht des Stabnetz-Tragwerks
Foto: Hans Joosten

Das Bauwerk ist ein polygonales Raumtragwerk aus Stahl, überzogen von einer weißen, transluzenten Membran aus silikonbeschichtetem Glasfasergewebe. Die schlanken Stützen stehen wie Stämme in einem Hain, die Rundrohre darüber laufen in jedem Knotenpunkt in anderen Winkeln zusammen. Weil sich diese Geometrie zeichnerisch nicht mehr fassen lässt, entstanden Entwurf und Ausführungsplanung durchgängig im 3D-Modell. Nach Einbruch der Dunkelheit wird die Membran von innen farbig illuminiert und macht das Bauwerk bis in die Innenstadt sichtbar. Die eigentliche Schwierigkeit lag darin, dass keiner der rund 160 Knoten dem anderen gleicht und jeder einzeln bestimmt, gefertigt und auf der Baustelle wiedergefunden werden musste, während Tragwerk und Hülle zusammengeführt werden mussten, denn der Membranzuschnitt hatte der gebauten Stahlgeometrie und ihren Toleranzen zu folgen. Für KRP Architektur habe ich die Knotengeometrie entwickelt und die Hülle parametrisch modelliert.

ROLLE
Knotengeometrie, parametrische Modellierung der Hülle, LP 2–5
KRP Architektur
AUFTRAGGEBER
Grün Berlin GmbH
NUTZUNG
Aussichtsbauwerk mit Restaurant
PARTNER
geskes.hack Landschaftsarchitekten
VIC Planen und Beraten
Schlotfeldt Licht
ZEITRAUM
2014 – 2017
WETTBEWERB
1. Preis, 11/2013
BAUKOSTEN
3,1 Mio. €
STATUS
Fertiggestellt 2017
Wolkenhain, Aussichtsplattform über den Baumwipfeln
Foto: Hans Joosten
Gussknoten des Wolkenhain-Stabnetzes, Detail 1
Gussknoten des Wolkenhain-Stabnetzes, Detail 2
Gussknoten des Wolkenhain-Stabnetzes, Detail 3
Gussknoten des Wolkenhain-Stabnetzes, Detail 4