FORSCHUNG & KONSTRUKTION
Modularer Stahlbauknoten
Freiform-Flächentragwerke scheitern selten am Stab, sondern am Knoten, der an jedem Punkt anders ausfällt. Gemeinsam mit Jan Mommert von Eisenlöffel Sattler und Partner ist ein universeller Knoten entstanden, der Standardprofile ohne Schweißen verbindet.
Stahlplatten mit je zwei Verbindungsringen werden über einen in der Stabachse beweglichen Bolzen gehalten, sodass sich mit wenigen Plattentypen eine große Zahl unterschiedlicher Anschlüsse abbilden lässt. Lange Gewindestangen gleichen abweichende Stablängen aus, wodurch genormte Stahlrohre verwendet werden können und aufwendige Sonderanfertigungen entfallen. Ein Grasshopper-Script überträgt die Geometrie auf beliebige Freiformflächen und erzeugt zu jedem Punkt die passende Plattenkombination. Die Montagefolge ist bis zum fertigen Stabnetz durchgespielt und zeigt, dass der Knoten ohne Gerüst und ohne Schweißnaht auskommt. Die größte Schwierigkeit war der Widerspruch zwischen einem festen Bauteilkatalog und freier Geometrie, denn jeder Winkel muss ohne Sonderteil abbildbar bleiben und die Toleranzen der Stablängen dürfen sich über das Netz nicht aufsummieren. Ein Prototyp des Knotens wurde als 3D-Druck in Stahl beim Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik hergestellt. Konstruktion, Modell und Montagelogik habe ich gemeinsam mit Jan Mommert erarbeitet.
- ART
- Forschungsprojekt
- PARTNER
- Jan Mommert, Eisenlöffel Sattler und Partner
- WERKZEUGE
- Rhino, Grasshopper
Montagefolge
01 / 17
Tragwerk · Stabnetz mit Gussknoten